Der 24. Juli ist der diesjährige Earth Overshoot Day, der Tag, an dem der Bedarf der Menschheit an natürlichen Ressourcen die Fähigkeit der Erde übersteigt, diese Ressourcen im Laufe eines Jahres wieder aufzufüllen. Dieser Tag wird vom Global Footprint Network, einer internationalen Organisation für Nachhaltigkeit, die Pionierarbeit im Bereich des ökologischen Fußabdrucks geleistet hat, anhand der von der York University geführten National Footprint and Biocapacity Accounts berechnet.

Der Earth Overshoot Day am 24. Juli bedeutet, dass die Menschheit derzeit die Natur 1,8-mal schneller verbraucht, als die Ökosysteme der Erde sich regenerieren können. Dieser Überschuss entsteht, weil die Menschen mehr CO₂ ausstoßen, als die Biosphäre aufnehmen kann, mehr Süßwasser verbrauchen, als nachfließt, mehr Bäume fällen, als nachwachsen können, schneller fischen, als sich die Bestände erholen können, usw. Diese Übernutzung, die über das hinausgeht, was die Natur erneuern kann, führt unweigerlich zur Erschöpfung des Naturkapitals der Erde. Sie gefährdet die langfristige Ressourcensicherheit, insbesondere für diejenigen, die bereits jetzt Schwierigkeiten haben, Zugang zu den für ihren Betrieb notwendigen Ressourcen zu erhalten.
Überschreitung ist nicht nur die treibende Kraft hinter dem Verlust der biologischen Vielfalt, der Erschöpfung der Ressourcen, der Entwaldung und der Anreicherung von Treibhausgasen in der Atmosphäre, die extreme Wetterereignisse verschärft. Sie begünstigt auch Stagflation, Nahrungsmittel- und Energieunsicherheit, Gesundheitskrisen und Konflikte. Regionen, Städte, Unternehmen und Länder, die sich nicht auf diese vorhersehbare Realität vorbereitet haben, sind deutlich höheren Risiken ausgesetzt.
Obwohl der Earth Overshoot Day in diesem Jahr so früh wie nie zuvor liegt, bleibt er seit über 15 Jahren in einem engen Zeitfenster und findet stets kurz nach Ablauf der ersten sieben Monate des Jahres statt. Den Rest des Jahres lebt die Menschheit davon, den Planeten weiter auszubeuten. Daher nimmt der Druck auf den Planeten trotz des unveränderten Datums zu, da die Schäden durch den Overshoot kumulativ sind. Die jährlichen Defizitausgaben erhöhen die bereits bestehende ökologische Verschuldung.

Aus wirtschaftlicher Sicht ist der Overshoot ein klares Beispiel für ein Marktversagen. Solche Versagen schaden allen. Sie stellen eine direkte Bedrohung für diejenigen dar, die zu viel verbrauchen und auf große Mengen unterbewerteter Ressourcen angewiesen sind, die mit anhaltendem Marktversagen immer knapper werden. Wenn sie nicht korrigiert werden, fördern solche Marktversagen den übermäßigen Verbrauch, was dann zu Störungen oder wirtschaftlichen Schocks führt. Das Marktversagen bedeutet auch einen wirtschaftlichen Verlust für die Anbieter von Biokapazität, die nicht angemessen entschädigt werden.
Damit der Overshoot nicht durch eine Katastrophe, sondern durch gezielte Maßnahmen beendet wird, muss dieses Marktversagen korrigiert werden. Lösungen sind verfügbar und finanziell vorteilhaft. Chancen bieten sich in fünf Schlüsselbereichen: Städte, Energie, Ernährung, Bevölkerung und Planet. Dabei gibt es unzählige Möglichkeiten, wie wir zum Verschieben des Earth Overshoot Day beitragen können. So würde eine Reduzierung der CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen um 50 % die Belastung schon um drei Monate verschieben. Es gibt auch Unternehmen, die Veränderungen im Rahmen ihrer geschäftlichen Expansion vorantreiben. Solche Unternehmen sind sehr gut aufgestellt, um in einer Zukunft mit Klimawandel und Ressourcenknappheitauf dem Weltmarkt zu bestehen und an Wert gewinnen zun können.
